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Der Neuanfang

Aufbauarbeit und erste Erfolge

1946 PermitNach dem Zusammenbruch war auch beim SVC ein möglichst rascher Neuaufbau angesagt, an dem insbesondere Georg Hartrnann und Georg Unkelbach maßgeblichen Anteil hatten.VorstandSVC46 Mit behördlicher Genehmigung traf man sich ab März 1946 wieder offiziell. In einer neuen Satzung wurde als Vereinszweck

"die Kräftigung des Körpers und Erfrischung des Geistes durch Ausübung und Förderung von Fußball, Handball und Leichtathletik"

festgelegt, und mit 180 Mitgliedern (Oktober 1946; März 1947: 220) war man bereit für einen Neubeginn. Und auch hier war wieder jede Menge Improvisation angesagt. Sei es der sonntägliche Transport von Sägemehl in Rucksäcken zum Abstreuen des Platzes oder die Befestigung von Stollen mit Nägeln an den Fußballschuhen, was sich für das Wohlbefinden der Füße nicht unbedingt positiv auswirkte. Und vor dem Besuch eine Auswärtsspiels war schon mal die Reinigung eines Schweinetransporters erforderlich.

1949Am 24. März 1946 startete die erste Punktrunde. Der SVC erreichte in der 2. Kreisklasse mit 57:12 Toren und 17:3 Punkten den ersten Rang in seiner Gruppe. Mit den übrigen Gruppensiegern Hintermeilingen, Offheim, Dietkirchen und Kirberg ging es in eine Entscheidungsrunde. Da Camberg und Offheim am Ende punktgleich waren, wurde ein Entscheidungsspiel ausgetragen, dass am 8. Juni 1947 in Lindenholzhausen mit 0:1 verloren wurde.Teams1946

Erfolgreicher verlief die Aufstiegsrunde zur A-Klasse Limburg in der Saison 1948/49. Nach Siegen über Hadamar (5:3 in Eschhofen), Wallrabenstein (5:0 in Würges), einer Niederlage gegen Lindenholzhausen (0:2 in Oberbrechen) und einem Remis gegen Ahlbach (3:3 irı Daubom) erreichte unsere Elf mit Niederhadamar, Kettenbach und Görsroth das große Ziel. In der A-Klasse fand sich das Camberger Team auf Anhieb gut zurecht. So schrieb die LNP am 15. Dezember 1949: "Die eigentliche Überraschungself der Runde ist der SV Camberg. Diese Mannschaft, die erst durch die Qualifikationsrunde die nächsthöhere Klasse erreichte, hat sich in ihrer neuen Umgebung nicht nur außerordentlich gut gehalten, sondern hat sogar bei Abschluß der Vorrunde den fünften Rang erreicht".

SVC logo 70In diese Zeit fiel auch die Namensänderung in SV 1921 Camberg, der Entwurf des noch heute aktuellen SVC-Logos  - dankenswerterweise von Horst Klouda erstellt - und die Änderung der Vereinsfarben auf "Blau-Weiß".

 
(Feld-)Handball und Tischtennis beim SVC

Auch wenn 1979 die Gründung einer Handball- und einer Tischtennisabteilung ein wichtiger Schritt für die (Weiter-)Entwicklung des SVC war, Handball und Tischtennis wurde im SVC schon deutlich früher gespielt. Wenn auch aufgrund der schwierigen Bedingungen in der Nachkriegszeit nur kurz.

1947   damenKurz nach Kriegsende fanden sich Camberger auf dem Sportplatz ein, um nicht nur Fußball, sondern auch Handball zu spielen. Bald traf man sich zu einem regelmäßigen Training, dem im Frühjahr 1946 Walter Hederer zuerst als Zuschauer beiwohnte, um dann selbst den Ball in die Hand zu nehmen. Der Heimatvertriebene Hederer war im Sudetenland ein bekannter Handballspieler, so dass er aufgrund seiner Erfahrung für die damalige Elf nicht nur ein wichtiger Spieler, sondern auch der Trainer war. Das erste Spiel wurde im April 1946 gegen Walsdorf ausgetragen und prompt mit 19:6 Toren gewonnen.

Bald trafen sich auch einige junge Frauen, um unter der Leitung von Magda Schlaud erste Handballschritte zu unternehmen. Die Frauenmannschaft, zu Anfang bestand sie aus fast 40 Spielerinnen, war sehr erfolgreich und verlor außer gegen die Limburger Vereine VfR 19 und VfL 07 kein einziges Spiel. Die Popularität des Handballsports auf dem Großfeld zu jener Zeit - Deutschland war in den 50er Jahren mehrfacher Weltmeister - zeigte sich auch an den Zuschauerzahlen, die heute jeden Fußballbezirksligisten neidisch machen würden. So zählte man nicht selten über 200 Besucher.

Ihren größten Erfolg erreichte die Herrenmannschaft im Sommer 1948, als sie durch einen 8:5 Endspielsieg über Hadamar Kreisklassenmeister wurde. ln diesem Spiel erzielte Walter Hederer sämtliche Camberger Treffer. 

1947   herren

Cambergs Handballfrauen und -männer sorgten nicht nur durch ihre sportlichen Erfolge für Aufsehen, sondern sie waren eine der ersten Mannschaften, die in Trikots spielten, deren Beschaffung in dieser Zeit sicher nicht einfach war. So liefen die Frauen in Lindgrün und die Männer in Violett auf. Zu den Auswärtsspielen wurde auf Holzvergaser-LKW`s gefahren und die in Camberg stationierte 459. Motor Ambulance der US-Army stellte einige Male einen Lastwagen mit Fahrer zur Verfügung. Da am Sonntag gespielt wurde, musste zudem für jede Fahrt und für jedes Spiel eine Genehmigung der Militärregierung eingeholt werden. Schwierigkeiten machte der Frauenmannschaft auch die Kirche. Sonntags auf Torejagd, noch dazu in kurzen Hosen?

Sowohl die Frauen- als auch die Männermannschaft beschlossen 1948 den Spielbetrieb trotz ihrer Erfolge wieder einzustellen. Die zunehmenden Transportprobleme gerade in höheren Spielklassen waren nicht zu bewältigen.

Über die Tischtennisabteilung ist nicht viel überliefert. Aber hier gab es 1953 fast 40 Spieler, darunter unter anderen Erich Betz, Horst Klose, Otto Wenz und Paul Leber, die sich dem deutlich kleineren Ball widmeten. Trainiert wurden sie von Wolfgang Kuch und Franz Schenk. Als Spielort wird der Herrenspeicher angegeben, an dessen Stelle heute das Kurhaus steht. Auch da dürfte jede Menge Improvisationskunst gefragt gewesen sein.    

Ein kurzes Gastspiel in der 2. Amateurliga

Zu einer der Höhepunkte in der Vereinsgeschichte zählt zweifellos die Saison 1950/1951 in der A-Klasse Limburg. Nach herausragenden Leistungen in der Punktrunde kam es am 29. April 1951 vor 3000 Besuchern in Niederbrechen zum Entscheidungsspiel um die Meisterschaft und den Aufstieg in die 2. Amateurliga gegen Niederselters. Und dank der Tore von Heinz Müller, Heinz Voll und Hans Merkel gewann der SVC das Spiel mit 3:1. Die siegreiche Mannschaft spielte mit: Konrad Prinz, Heinz Rosenfelder, Franz Schmitt, Hans Klippel, Heinz Müller, Heinz Voll, Hans Küffner, Helmut Uhrig, Hans Merkel, Heini Wecker und Josef Merzhäuser, die bei Ihrer Rückkehr von einer großen Menschenmenge am Vereinslokal "Nassauer Hof" empfangen wurde.

ln der 2. Amateurliga Wiesbaden (1951/52) konnte man sich nicht behaupten. Es gab Ausfälle durch Krankheit, Beruf und auch ohne Grund. Zeitweise reichte es nicht einmal mehr für eine Reservemannschaft. Der Verein war der Auflösung nahe. Dass es nicht dazu kam, muss in erster Linie den Verdiensten von Heinrich Jagemann zugeschrieben werden. Die LNP schrieb am 4. Oktober 1951: „Die Camberger Elf ist in dieser Vorrunde sicher nicht auf Rosen gebettet. ln keinem der bisher sechs Spielen konnte sie ihre komplette Besetzung aufbieten - teilweise fehlten bis zu fünf Stammspieler“. So wurde die erste Serie mit 28:75 Toren und 6:26 Punkten als Letzter abgeschlossen. Beim 1:9 gegen Nassau Wiesbaden am 6. Januar 1952 waren nur drei Stammkräfte dabei. Zwei Wochen darauf (1:7 in Hochheim) wirkten Hans Merkel, Heini Wecker, Heinz Voll, Helmut Uhrig und Heinz Rosenfelder wieder mit, aber es war zu spät.

Nach Rückkehr in die A-Klasse zählte der SVC wie zuvor zur Spitzengruppe und zu den Vereinen, über die der Weg zum Titelgewinn führte. Hauptverantwortlich dafür waren die Spieler, die in den Jahren 1952 bis 1955 die Farben des SVC am häufigsten vertreten haben: Heinz Becker, Erich Betz, Karl Eiffert, Josef Haala, Werner Hartmann, Helmut Klein, Horst Klose, Wolfgang Kuch, Günter Lenz, Bruno Litzinger, Hans Merkel, Josef Merzhäuser, Heinz Müller, Heinz Ochs, Heinz Rosenfelder, Dieter Schmitt, Franz Schmitt, Wolfgang Scholz, Franz Stalla, Max Tappe, Helmut Uhrig, Heinz Voll, Erich Weber, Heini Wecker, Gerhard Wuttich. Aber dieser Leistungsstand wäre nicht zu erreichen und zu halterı gewesen ohne die weitschauende Arbeit der Vereinsleitung mit Heinrich Jagemann in führender Position.

WernerHartmannAlterSportplatzSportlich hervorzuheben ist hier sicherlich Werner Hartmann ("Liga"), dem überragenden Tormann des SVC in den 50er Jahren, der auf dem Sportplatz neben der heutigen Reithalle immer wieder mit Paraden glänzte, gleich ob man dort im Staub erstickte oder im Schlamm stecken blieb. 

Der Neuaufbau und die Etablierung des Vereins nach Kriegsende war also gelungen. Aber angesichts der Lage und den Bedingungen auf dem aktuellen Fußballplatz stand die nächste große Aufgabe an: Der Bau einer neuen Spielstätte inklusive Sportheim mitten in Camberg. Und dieses für die Weiterentwicklung des SVC zentrale Projekt sollte Verantwortliche und Vereinsmitglieder die kommenden zehn Jahre beschäftigen. 

1940er
1940er
1946 - Neuanfang
1948 - Ausflug nach Johannisberg
1949 - A-Klasse
1950er - Alter Sportplatz
1950er - Alter Sportplatz
1950er - Werner Hartmann
1951
1951 - Erich Betz
1952
1953
1953
1954
1955
 

 

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